Die Gedenkstätte Hoffnungsthal

von Sandra Ziehms

Anfahrtsbeschreibung

Die Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ liegt eine gute halbe Stunde mit dem Auto von Bonn entfernt im Norden der Wahner Heide am Pestalozziweg 77. Nach der Auffahrt Richtung Bensberg/Rösrath/Grengel folgt man der Kölnerstraße, bis rechts in den Pestalozziweg eingebogen wird, an dessen Ende sich sowohl ein Kinderheim als auch die Gedenkstätte befinden. 

Nahe der südöstlich von Köln gelegenen Stadt Rösrath befand sich während des Zweiten Weltkriegs, von 1940-1945, das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, in dem insbesondere polnische  und sowjetische Kriegsgefangene interniert wurden. Verwaltungsmäßig gehörte es dem „Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager“ (Stalag) VI G Bonn-Duisdorf an und reihte sich damit in das weit verzweigte Netz der zahlreichen Arbeitskommandos ein, die über das Land verteilt waren. Im Jahr 2016 eröffnete der Rösrather Geschichtsverein in einem zum ehemaligen Lager gehörenden Gebäude eine kleine Gedenkausstellung. 

Der historische Ort

Das im Norden der Wahner Heide gelegene Gebiet „Kalmusweiher“, auf dem sich die heutige Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ befindet, unterlag bis Ausbruch des Zweiten Weltkriegs einer wechselvollen Nutzung. Erstmals bebaut wurde es im Jahr 1915/16 durch die Einbeziehung in den preußischen Truppenübungsplatz Wahn.1 Im Jahr 1926 begann die Besetzung des Geländes durch kanadische, britische und französische Truppen, bis die „kasernierte Landespolizei“ das Gebiet zu Übungszwecken verwendete.Nach der Nutzung als Ferienlager durch die „Jungmädeln“ der Gemeinde Rösrath, stationierte das deutsche Heer Truppen in dem entmilitarisierten Rheinland und übernahm den Truppenübungsplatz Wahn.3 Die Gebäude in Kalmusweiher wurden daraufhin für eine Sonderabteilung des VI. Armeekorps verwendet, die dort bis August 1939 stationiert blieb.4 Im Jahr 1940 wurde auf Befehl des deutschen Militärs das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ in „Kalmusweiher“ errichtet, das einige Gebäude von der dort zuvor stationierten Sonderabteilung übernahm. Durch die arbeitsorganisatiorische Zugehörigkeit zum nahe gelegenen Truppenübungsplatz erhielt es die Bezeichnung „Arbeitskommando 281 des Truppenübungsplatzes Wahn“.5 Da das Gelände des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ einige Kilometer vom eigentlichen Ortsteil mit dem Namen „Hoffnungsthal“ entfernt lag, wird vermutet, dass die Namensgebung des Lagers zynisch gemeint ist, indem „die Stätte des Schreckens“6 als „Ort der Hoffnung“7 dargestellt werden sollte.8

Das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“

Die ersten Kriegsgefangenen des Lagers „Hoffnungsthal“ waren französische Soldaten, die teilweise noch bei den Aufbauarbeiten mit eingesetzt worden waren.9 Anfang Mai 1941 wurden sie durch 1200 polnische Fähnriche ersetzt, die bis zum Sommer 1944 ungefähr 80-90 % der Kriegsgefangenen des gesamten Lagers ausmachten. Nach ihrer Verlegung in andere, weiter östlich gelegene Lager folgten ab 1944 italienische und sowjetische Soldaten.10 Die zeitweilige Präsenz von Kriegsgefangenen aus anderen Nationen hing von ganz konkreten Begebenheiten ab: Der Abschuss von Flugzeugen der Alliierten in der Nähe des Lagers führte beispielsweise dazu, dass vereinzelt britische oder amerikanische Soldaten nach „Hoffnungsthal“ kamen.11 Über die genaue Zahl der Kriegsgefangenen gibt es keine Angaben, da der Großteil der Akten der Gemeindeverwaltung Rösraths vernichtet wurde. Fest steht jedoch, dass bei der Befreiung des Lagers am 13. April 1945 durch amerikanische Truppen circa 1500 Gefangene auf dem Gelände gewesen sein sollen.12 

Die Zeit, in der polnische Soldaten im Kriegsgefangenenlager untergebracht waren, konnten Mitglieder des Geschichtsvereins Rösrath durch Interviews und Berichte ehemaliger Insassen relativ genau rekonstruieren, so auch den Lagerplan aus den Zeichnungen eines ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen: Das gesamte Lager war mit einem vier bis fünf Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben. An zwei Ecken des Geländes standen sich Wachtürme schräg gegenüber, auf denen die Posten Tag und Nacht Stellung bezogen. Ein zentraler Barackenkomplex in Winkelform enthielt eine Krankenstation, einen Raum für kulturelle Zwecke, für die Blaskapelle des Lagers und eine Stube, die dem Lagerältesten zur Verfügung stand. Es gab Holzbaracken, die auf Pfählen standen und daher nicht von unten feucht werden konnten. Die 75 Stuben, in denen jeweils 14-16 Mann wohnten, waren mit Pritschen für jeden Kriegsgefangenen sowie Strohsäcken, Tischen und Sitzbänken ausgestattet. Die Unterkünfte für die Wachposten und die Kommandantur lagen außerhalb des Geländes.13 

Modell des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“; Die weißen Gebäude des Modells markieren die eingeebneten Baracken (Foto: Gedenkausstellung).

In einer zentralen Baracke, die mit Stacheldraht umgeben war, wurde die sogenannte „Blaue Division“ untergebracht. Diese Gruppe setzte sich aus Kriegsgefangenen zusammen, die bei Fluchtversuchen entdeckt oder auf der Flucht wieder ergriffen worden waren. Sie erhielten erbeutete blaue französische Uniformen aus dem Ersten Weltkrieg, damit sie sich von den übrigen Gefangenen abhoben. Zusätzlich wurde jedem die Aufschrift „KG“ für „Kriegsgefangener“ auf den Rücken gemalt, damit die Wachposten bei Fluchtversuchen leichter auf sie zielen konnten.14

An Nahrungsmitteln erhielten die Gefangenen zu sechs Leuten ein Komissbrot, ein etwa fünf Zentimeter dickes Stück meist bereits verdorbener Wurst und 25 Gramm Margarine. Abends wurde eine „dünne Wassersuppe“15 verteilt, die Kohlrübenschnitzel, Mohrrüben oder Brennnesseln enthielt.16 Ein ehemaliger polnischer Kriegsgefangener, Miroslaw Zawodny, kommentiert die Essensrationen im Lager „Hoffnungsthal“ wie folgt: „Das war zu wenig, um zu leben, aber auch zu viel, um zu sterben.“17

Eine Möglichkeit zur Verbesserung der katastrophalen Verpflegungssituation der Kriegsgefangenen bestand ab 1941 in der Erlaubnis, Lebensmittelpakete aus der Heimat und aus dem Ausland empfangen zu dürfen, die jedoch einer Gewichtsbeschränkung von 250 Gramm unterlagen. Zudem zählte die Vorenthaltung der Pakete zu einer beliebten Strafmaßnahme des Wachpersonals.18

Die Behandlung der Kriegsgefangenen im Lager „Hoffnungsthal“ hing insbesondere von dem jeweiligen Lagerkommandanten ab.19 Nach Aussage eines ehemaligen Angehörigen des Wachpersonals wurde die Aufsicht über das Lager den Landesschützen der Deutschen Wehrmacht zugeteilt.20  Insbesondere gegen Kriegsende fanden regelmäßig Untersuchungen, Razzien und Demütigungen statt, bei denen sich die Gefangenen „stundenlang“21 mit ihren Habseligkeiten auf dem Appellplatz versammeln mussten, während ihre Unterkünfte durchsucht wurden.22 Zudem ist auch von vereinzelten „direkten Angriffen“23 auf polnische Kriegsgefangene die Rede und es sind mindestens vier Todesfälle polnischer Fähnriche überliefert.24

Das Herannahen alliierter Truppen gegen Kriegsende resultierte zudem in einer Zunahme von Fluchtversuchen der Gefangenen.25 Laut Zeitzeugenberichten sollen zwischen den Jahren 1941-1944 insgesamt 93 polnische Fähnriche aus „Hoffnungsthal“ geflohen sein. Bei 18 Häftlingen verlief die Flucht erfolgreich.26 75 Versuche wurden rechtzeitig vereitelt oder scheiterten, da die Gefangenen durch eine Verfolgung wieder ergriffen werden konnten.27

Der Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen fand in zivilen Betrieben im landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich sowie in militärisch organisierten Arbeitskolonnen auf dem Truppenübungsplatz Wahn statt. Bei einem Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen galt es nach internationalem Recht, die Genfer Konventionen von 1929 zu berücksichtigen, die genaue Vorgaben für jeden militärischen Dienstgrad enthielten. Insbesondere sind zwei Artikel zu erwähnen, gegen die im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ massiv verstoßen wurde: Artikel 27 des Abkommens legte fest, dass einfache Soldaten zu Arbeiten herangezogen werden durften, während Offiziere und Unteroffiziere lediglich zu Aufsichtsdiensten verpflichtet werden konnten. In Artikel 31 wurde zudem untersagt, einen Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen in kriegswichtigen Betrieben zu befehlen.28 

Über den Dienstgrad der polnischen Fähnriche herrschte im deutschen Militär zunächst Unklarheit, sodass ihr Arbeitseinsatz unrechtmäßig bestimmt wurde. Während der Fähnrich im Deutschen Militär tatsächlich nur die Position eines Offiziersanwärters einnimmt, bekleidet er in Polen einen Unteroffiziersrang und hätte demnach nicht zu Arbeitseinsätzen herangezogen werden dürfen.29 Überdies wurden die Kriegsgefangenen zu Arbeiten in einem kriegswichtigen Betrieb, dem Truppenübungsplatz Wahn, unrechtmäßig eingesetzt.30 Neben dem Einsatz in militärisch organisierten Arbeitskolonnen ergaben Nachforschungen, dass in Rösrath die Schweinezucht „Eichholtz“, das Sägewerk Klug und das Bauerngut der Familie Scharrenbroich Kriegsgefangene des Lagers „Hoffnungsthal“ zugeteilt bekamen.31

Die Arbeitsbedingungen in den zivilen und militärischen Bereichen wiesen starke Unterschiede auf. Während ehemalige Häftlinge bei Bauern oder Handwerkern von einer täglichen Arbeitszeit zwischen acht und zehn Stunden berichten, wurde in Betrieben des Truppenübungsplatzes Wahn über 12 Stunden gearbeitet. Zudem erhielten Gefangene in zivilen Betrieben geregelte Mittagspausen mit Mahlzeiten und oftmals zusätzliche Kleidung.32

Obwohl das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ durch seine abgeschiedene Lage mitten im Wald keine große Aufmerksamkeit auf sich zog, wird durch den Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen deutlich, dass ein Großteil der Bevölkerung Rösraths von dem Lager Kenntnis gehabt haben muss. Mit dem Nationalitätenwechsel im September 1944 verschlechterten sich die Lebensumstände der Gefangenen in „Hoffnungsthal“ dramatisch. Nachdem die polnischen Fähnriche in das weiter östlich gelegene Lager „Mühlberg“ in Sachsen verlegt worden waren, kamen italienische und insbesondere sowjetische Kriegsgefangene nach Rösrath. Aus dieser Zeit sind erste „Hinrichtungen“33 und „Folterungen“34 bekannt. Mündlich überliefert ist der Fall eines jugoslawischen Kriegsgefangenen, der im Januar an einen Pfahl gekettet und mit Wasser übergossen wurde, sodass er in der Winternacht verstarb.35

Zwischen dem 08.12.1944 und dem 09.02.1945 verstarben zudem 32 namentlich bekannte sowjetische Kriegsgefangene in „Hoffnungsthal“. Nach Aussagen eines ehemaligen Aufsehers wurden weitere Gefangene begraben, ohne in den Akten verzeichnet worden zu sein.36 Die Todesursachen führt er in den meisten Fällen auf „Entkräftung“37 sowie „Hungerödeme“38 zurück. Durch die Errichtung eines Gefangenenlazaretts gegen Kriegsende, wurden zudem viele Häftlinge aus umliegenden Lagern nach „Hoffnungsthal“ gebracht.39 Es wird vermutet, dass einige der Kriegsgefangenen des Lagers „Hoffnungsthal“ kurz vor Einmarsch der amerikanischen Truppen auf Todesmärsche in Richtung Gummersbach geführt wurden.40

Vom Kriegsgefangenenlager zum Kinderheim

Nach Auflösung des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ durch amerikanische Truppen begaben sich die ehemaligen Häftlinge auf Anweisung der Alliierten in ein Auffanglager nach Wahn. Dort sammelten sich Verschleppte und Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten aus Lagern der Umgebung, bis über ihr weiteres Schicksal entschieden wurde.41

Auf dem verlassenen Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ richteten in den Jahren 1945/46 Alliierte kurzzeitig einen Bereich ein, in dem deutsche Kriegsgefangene interniert wurden. Im Jahr 1950 wurde der gesamte Barackenkomplex des Lagers von dem evangelischen Verein „Coenaculum Christus lädt ein“ übernommen.42 Kurz darauf entstand dort das „Kinderdorf Pestalozzi“, eine Einrichtung für Kriegswaisen und heimatlose Kinder, dessen Benennung auf den Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) zurückgeht.43

Die Übernahme einiger Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers durch den evangelischen Verein und deren Umnutzung als Unterkünfte für obdachlose und elternlose Kinder bewirkte, dass diese Gebäude bis heute existieren und verschiedene Nutzungsphasen auf dem Gelände sichtbar werden. Aufgrund der Weiternutzung sind die Kommandantur, der zentrale, winkelförmige Barackenkomplex und ein Aborthaus erhalten geblieben. Die restlichen Gebäude wurden in den 1950er Jahren zurückgebaut und eingeebnet.44 

Ab 1951 entstanden durch die Errichtung zusätzlicher Wohnmöglichkeiten für Mütter und Kleinkinder fünf neue Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“.Zudem stiftete Frau Baronin von Oppenheim den Bau einer nahe am Kinderheim gelegenen Kapelle, der Stephanus-Kapelle, die 1951 als Andenken für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten errichtet wurde.46 

Bis in die 1980er Jahre wurde der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ durch die ortsansässige Bevölkerung keine Beachtung geschenkt. Während dieser Zeit erinnerte kaum etwas daran, dass mehrere Gebäude des Kinderheims während des Zweiten Weltkriegs ein Ort nationalsozialistischer Gewalt gewesen waren. Stattdessen wurden die Geschehnisse dem Vergessen preisgegeben. Lediglich die 112 in einer nahen Anlage aufgereihten Gräber mit ausländischen Namen ließen die Vermutung aufkommen, dass auch in Rösrath Opfer nationalsozialistischer Verbrechen zu finden waren.

Die Vorgänge um die Ehrenanlage „Kalmusweiher“

Die in der Nähe des Kriegsgefangenenlagers gelegene Friedhofsanlage erhielt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die „verschleiernde“47 und distanziert wirkende Bezeichnung „Ehrenanlage Kalmusweiher“.48 Aus einem an den Gemeindedirektor von Rösrath adressierten Bericht des Jahres 1947 geht hervor, dass der Friedhof von Insassen des Lagers „Hoffnungsthal“ angelegt worden war, die für ihre verstorbenen Mithäftlinge Holzkreuze mit Namensschildern errichteten und auf die Grabhügel stellten.49 Es wird deutlich, dass die Erinnerung auf dem Friedhof zu Beginn christlich geprägt zu sein scheint.

Nach Einmarsch der Amerikaner fanden einige Umbettungen der amerikanischen und englischen in „Hoffnungsthal“ verstorbenen Soldaten auf andere Friedhöfe statt.50 In den Friedhofsakten des Gemeindearchivs der Stadt Rösrath belegt eine Liste beigesetzter ehemaliger Kriegsgefangener auf der „Ehrenanlage Kalmusweiher“, dass dort im Jahr 1945 Franzosen, Italiener, Engländer, Kanadier, ein Jugoslawe und ein Türke begraben lagen.51 Da die Namen dieser Verstorbenen bekannt waren und in Unterlagen verzeichnet wurden, sie sich jedoch nicht auf den Gräbern des Friedhofs finden lassen, ist davon auszugehen, dass weitere Umbettungen bei Kriegsende stattgefunden haben müssen.

Die Instanthaltung der Gräber nach dem Zweiten Weltkrieg wurde insbesondere auf Druck der sowjetischen Besatzer durchgeführt. Die ersten Jahre der Friedhofsgeschichte sind daher durch einen offiziellen Austausch zwischen der sowjetischen Seite und der Gemeinde Rösrath gekennzeichnet, der im Laufe des Kalten Krieges stetig abnahm.52 Während die Pflege der „Ehrenanlage Kalmusweiher“ zunächst teilweise von zivilen Personen aus Rösrath übernommen wurde,53 beauftragte die Gemeindeverwaltung ab 1948 einen Gärtner für die Bepflanzung und Erhöhung der Grabhügel.54

Anfang der 1950er Jahre wurde vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ in Absprache mit der Gemeinde Rösrath ein Gedenkstein auf der Friedhofsanlage errichtet.55 Der in den Stein gemeißelte Text lautet: „Hier ruhen 112 ausländische Kriegstote.“ An der Seite wurde ein russisch-orthodoxes Kreuz abgebildet, möglicherweise als Verweis auf die größte Opfergruppe des Kriegsgefangenenlagers gedacht. Neben der schlicht gehaltenen Form des Gedenksteins fällt auf, dass er durch die Platzierung am hinteren Ende der Friedhofsanlage kaum präsent wirkt. Auch die Formulierung des Textes enthält keinen direkten Bezug auf Ereignisse und Schicksale der Kriegstoten. Stattdessen ist er allgemein gehalten und wirkt distanziert. Der in den 1950er Jahren errichtete Gedenkstein wird vom Geschichtsverein Rösrath auch als „Stein des Anstoßes“56 bezeichnet. Aufgrund der Ausklammerung der Leiden der Kriegstoten wurde der Text als vollkommen unzureichend angesehen und gab den Anstoß zur Errichtung eines weiteren, zweiten Gedenksteins in den 1980er Jahren.57 

Das von dem Bildhauer Rudolf Peer entworfene Mahnmal der 1980er Jahre besteht aus einer schlichten Steinplatte, die auf einem rechteckigen Sockel liegt und folgende Formulierung enthält: „Hier befand sich im Zweiten Weltkrieg das Kriegsgefangenenlager Hoffnungsthal, in dem Menschen verschiedener Nationalitäten Opfer von Hunger, Krankheit und Gewalt wurden. Ihre Leiden und Ihr Tod mahnen zum Frieden.“ Zunächst fällt auf, dass eine konkrete Benennung des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ vorgenommen wird und die Schicksale der Toten aufgegriffen werden. Zudem fand die Errichtung des Gedenksteins in zentraler, auffälliger Lage vor dem Friedhofsgelände statt. 

Während der Gedenkstein aus den 1950er Jahren eine glatte Oberfläche erhielt, meißelte Rudolf Peer eine unruhige, kantige Außenseite an den Sockel des zweiten Gedenksteins. Die Vermutung, dass es sich hierbei, wie beispielsweise auch bei dem Rheinbacher Mahnmal, um einen künstlerischen Verweis auf die grausamen Kriegsereignisse handelt, kann angestellt werden.

Neben der Errichtung des ersten Gedenksteins sind im Laufe der 1950er Jahre die Holzkreuze auf den Grabhügeln durch Steinplatten ersetzt worden, die dort bis zum heutigen Tag liegen. Obwohl der genaue Zeitpunkt der Plattenlegung nicht aus den Friedhofsakten entnommen werden konnte, ist zu vermuten, dass sie im Rahmen des Kriegsgräbergesetzes von 1952, welches die Instanthaltung und dauerhafte Pflege der Kriegsgräber auf die Bundesländer übertrug,58 gelegt worden sind.59 Insgesamt befinden sich 112 Steinplatten auf dem Friedhof. Auf 32 Platten sind russische, polnische oder serbische Namen der Verstorbenen zu finden. An einem Großteil der Gräber steht jedoch „Unbekannter Russischer Soldat“.

Steinplatten auf dem Friedhof Kalmusweiher 
(Foto: http://www.floerken.eu/tdfns2/bilder/kalmus/thumb.htm).

Bewegungen und Initiativen in den 1980er Jahren

Die ersten Nachforschungen über die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ wurden 1980 von Mitgliedern des zwei Jahre zuvor gegründeten „Geschichtsvereins für die Gemeine Rösrath und Umgebung e. V.“ angestoßen.60 Als Auslöser für die intensive Beschäftigung mit den Vorgängen im Lager wird die Begegnung mit einem serbischen Juden auf der Friedhofsanlage genannt, dessen Vettern in „Hoffnungsthal“ ermordet worden waren und mit dem sich ein intensiver, über zwei Jahre andauernder Gesprächsaustausch aufbaute.61

Um die Beantwortung vieler noch ungeklärter Fragen rund um das ehemalige Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ bemühten sich von da an Mitglieder des Geschichtsvereins. Sie gingen in der Umgebung des ehemaligen Lagergeländes auf „Spurensuche“ und forschten nach Zeitzeugen in der Bevölkerung Rösraths. Aus den Befragungen der Bürger, die zwischen 1940-1945 in der Nähe des Lagers gelebt hatten, konnten jedoch zunächst keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden. Obwohl die Mitglieder des Geschichtsvereins auf keine offene Ablehnung bei den Befragten stießen, wurde dennoch jegliches Wissen über das Kriegsgefangenenlager verleugnet62 und betont, dass in Rösrath während des Zweiten Weltkriegs „[…] nichts nennenswertes passiert sei“.63

Durch einen „Glücksfall“64 konnte ein ehemaliges Mitglied des Wachpersonals in Rösrath ausfindig gemacht werden, das zu umfangreichen Antworten bereit war. Die Informationen bildeten zusammen mit den wenigen Dokumenten der Gemeindeverwaltung eine erste, „tastende Publikation“65 des Geschichtsvereins über das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ im Jahr 1981.66

Parallel zu den geführten Interviews stieß das Engagement des damaligen Vorsitzenden des Geschichtsvereins Rösrath weitere Nachforschungen an, die sich insbesondere auf die Suche nach ehemaligen Kriegsgefangenen konzentrierten. Ein starkes persönliches Interesse an Polen sowie enge Kontakte zu einem polnischen Professor, der hinter der Entstehung des „Zentralen Museums der polnischen Kriegsgefangenen“ in Oppeln stand, ermöglichten es ihm, eine erste Kontaktaufnahme zu ehemaligen Häftlingen des Lagers in die Wege zu leiten.67

Der erste ehemalige polnische Häftling des Lagers „Hoffnungsthal“, der dem Rösrather Geschichtsverein über das Museum seine Hilfe bei den Nachforschungen zur Lagergeschichte anbot, war Miroslaw Zawodny. Er wird als sehr wichtiger Zeuge beschrieben, der nicht nur einen exakten Plan des Lagers mit Legende aus seinen Erinnerungen zeichnete und dem Geschichtsverein übermittelte, sondern auch dem polnischen Widerstand während des Zweiten Weltkriegs angehörte. Überdies nannte er Namen weiterer ehemaliger polnischer Kriegsgefangener, die für eine Aufarbeitung der Ereignisse zur Verfügung stehen würden.68

So kam es bei der Einweihung des neuen Gedenksteins durch den damaligen Rösrather Bürgermeister Karlheinz Krakau am 8. Mai 1985 zu einer ersten persönlichen Begegnung zwischen Mitgliedern des Geschichtsvereins und den ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen Jan Matczak und Miroslaw Zawoldny. Zwischen ihnen und Rösrather Bürgern, die zahlreich an der Einweihung teilnahmen, entwickelten sich in der Folgezeit enge persönliche Beziehungen und es folgten weitere Besuche.69

Der Einladung vorausgegangen war eine Projektwoche des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums, in der sich über 60 Schüler und sieben Lehrer mit dem Thema „Rösrath im Dritten Reich“ beschäftigt hatten. In diesem Zusammenhang setzte sich ein Schüler intensiv mit der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ auseinander.70 Ihm gelang es, die Erinnerungen eines weiteren polnischen Häftlings zugänglich zu machen. Stanislaw Krzyzaniak, der seine Erlebnisse in „Hoffnungsthal“ unter dem Titel „Unser Schicksal ist Polens Schicksal“ ausführlich beschrieben hatte, trug mit der Bereitstellung seines Berichtes maßgeblich zu neuen Erkenntnissen bei.71 Mit seinen Ergebnissen erzielte der Rösrather Schüler den vierten Platz des Schülerwettbewerbs Deutsche Geschichte 1988/89, bei dem das Thema „Unser Ort – Heimat für Fremde?“ im Mittelpunkt gestanden hatte.72 Im Rahmen der Projektwoche fanden auch erste Zeitzeugenveranstaltungen in Rösrath statt, die insbesondere von polnischen Zeitzeugen besucht waren. Organisiert über das Maximilian-Kolbe-Werk, welches seit 1978 Begegnungen zwischen ehemaligen polnischen Häftlingen und deutschen Bürgern fördert,73 wurden Gesprächsrunden gebildet, an denen mehrere Gruppen ehemaliger Insassen teilnahmen.74

Neben den erfolgreichen Verwirklichungen der vorgenannten Projekte des Geschichtsvereins Rösrath werden in der Anfangsphase der Erinnerungsarbeit bezüglich des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ auch Konfliktfelder erkennbar. Gegen den ehemaligen Geschichtslehrer, auf dessen Initiative die Projektwoche des Gymnasiums angestoßen worden war, erhob ein Bürger der Gemeinde Rösrath den Vorwurf der Verbreitung linker Propaganda.75 Überdies wurden die Grabanlagen auf dem Friedhof des ehemaligen Lagers teilweise von Kindern des evangelischen Waisenhauses geschändet, die jedoch nach kurzer Zeit unterbunden werden konnten.76 

Die Entstehung der Gedenkstätte

Die Gründung der Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ geht auf das Engagement des Rösrather Schülers zurück, der sich bereits in der Projektwoche „Rösrath im Dritten Reich“ intensiv mit der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers auseinandergesetzt hatte. Im Jahr 1993 setzte er sich für die Entstehung einer Dauerausstellung in den freistehenden Räumen der nahe am ehemaligen Kriegsgefangenenlager erbauten Stephanus-Kapelle ein. Am 3. Oktober 1993 wurde die Ausstellung „Betrifft: Kriegsgefangenenlager ‚Hoffnungsthal‘“ im Beisein des „Kulturattachés der polnischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland“77 und der drei Zeitzeugen Miroslaw Zawodny, Jan Matczak und Stansilaw Krzyzaniak eröffnet.78

Die Ausstellung, die im Wesentlichen bis heute unverändert geblieben ist und mit einfachen Mitteln aufgebaut wurde, untergliedert sich in mehrere Bereiche. Das „Kernstück“79 bildet ein Modell des gesamten Lagers mit Legende. Die Wände sind mit einer Fotogalerie bestückt, die aus dem Besitz ehemaliger polnischer Kriegsgefangener des Lagers stammen.80 Unter den Fotographien sind Zitate ehemaliger polnischer Kriegsgefangener angebracht. Überdies wird die „lebensgroße Figur“81 eines polnischen Häftlings präsentiert, die an einem Tisch mit ihrer täglichen Essensration sitzt. Die in deutscher Sprache verfassten Texte der Ausstellung informieren über die Nutzung von Kalmusweiher und über die Entstehung und Lebensverhältnisse im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“. Sie gehen insbesondere auf die Berichte Stanislaw Krzyzaniaks zurück.82 

Nach Auskunft des Rösrather Geschichtsvereins folgten der Entstehung der Gedenkstätte „Hoffnungsthal“, „[…] zahlreiche Besuche und Aktivitäten […]“.83 Als herausstechendes Ereignis wird hierbei das Eintreffen einer russischen Delegation im Jahr 1994 beschrieben. Dieser erste Kontakt mit der russischen Seite war von dem Bundeswehrstützpunkt Köln-Wahn in einer deutsch-russischen Begegnungsmaßnahme organisiert worden. Soweit bekannt, besuchten bis heute jedoch keine ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen die Gedenkstätte.84 Eine Kontaktaufnahme hatte lediglich im Zuge der Zwangsarbeiterentschädigungen über die Menschenrechtsorganisation „Memorial International“ stattgefunden.85

Als vermutlich größter Erfolg des Geschichtsvereins wird die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die ehemaligen polnischen Fähnriche Jan Matczak, Stanislaw Krzyzaniak und Miroslaw Zawodny im Rathaus von Poznan beschrieben.86 Auf Betreiben des damaligen Vorsitzenden zeichnete sie der deutsche Generalkonsul Klaus Ranner für ihre Mithilfe an der Aufklärung der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Hoffnungsthal“ aus und betrachtete das Ereignis als „[…] nicht unerheblichen Mosaikstein in den deutsch-polnischen Beziehungen“.87

Der Erinnerungsort heute

Im Jahr 2013 stellte die Diakonie Michaelshoven einen eigenen Ausstellungsraum für die Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers zur Verfügung. Mit Hilfe der NRW-Stiftung und der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln wurden vier Räume in dem ehemaligen Friseurgebäude des Lagers renoviert und als Ausstellung hergerichtet. Seit dem Jahr 2016 wird dort in einem Kooperationsprojekt zwischen Diakonie Michaelshoven und Geschichtsverein Rösrath die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers und des heutigen Kinder- und Jugendheims präsentiert.88 Die Begründung für eine thematische Verbindung beider Ausstellungen wird von der Diakonie und dem Geschichtsverein folgendermaßen dargelegt: Es wird darauf hingewiesen, dass es in beiden Ausstellungsthemen um die „[…] Achtung der Menschen-bzw. Kinderrechte“89 geht. Obwohl die thematische Verbindung der beiden Ausstellungsteile möglicherweise kritisch hinterfragt werden sollte, betont der Geschichtsverein die Wichtigkeit der geräuschlosen Kooperation mit der Diakonie Michaelshoven.90

Über die Besucher der Gedenkstätte können lediglich die beiden Gästebücher des Ausstellungshauses Auskunft geben. Generell werden Besucherzahlen ansonsten nicht nachgehalten. Die Eintragungen verweisen neben deutschen Besuchern auf viele Interessenten aus dem Ausland. Insbesondere in der Anfangszeit der Gedenkstätte kamen Besucher aus Polen, Frankreich, Australien, England und den USA. Viele von ihnen waren auf der Suche nach im Krieg verstorbenen Verwandten und besuchten den Friedhof des Kriegsgefangenenlagers. Heutzutage kommen die Kinder ehemaliger polnischer Kriegsgefangener teilweise in die Gedenkausstellung und tragen sich in das Gästebuch ein.91 Es scheint deutlich zu werden, dass die Besucher der Gedenkstätte meist wichtige existentielle Beziehungen zu dem historischen Ort haben. 

Informationen über Besucherzahlen konnten der Besucherstatistik einer Sonderausstellung in der Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ entnommen werden. Unter dem Titel „3x Großer Krieg“ waren vom 11. Oktober bis 11. Dezember 2018 zwei in Frankreich entstandene Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg in Rösrath zu betrachten. Da die französischen Ausstellungsverleiher den Geschichtsverein Rösrath um ein Besucherverzeichnis baten, konnte festgehalten werden, dass in den zwei Monaten insgesamt 105 Besucher die Gedenkstätte aufsuchten.92 Mitglieder des Rösrather Geschichtsvereins betonen, dass das Lager für die Gemeinschaft derer, die sich mit seiner Geschichte beschäftigen, immer neue unterschiedliche historische Reflektionen anstößt und auch heutzutage noch als Auslöser für verschiedene Projekte fungiert.93

Darüber hinaus scheint die Reichweite der Gedenkstätte jedoch begrenzt zu sein. Die Resonanz der Schulen wird als gering beschrieben. Während es in den 1990er Jahren noch selbstverständlich war, die Gedenkstätte mit Schulklassen aufzusuchen, ist ein Besuch der Ausstellung heutzutage nicht mehr fester Bestandteil des Lehrplans der umliegenden Schulen. Als Grund wird insbesondere ein Zeitmangel durch die verkürzte Schulzeit (G8) angegeben.94 Der Geschichtsverein weist darauf hin, dass er unter den Möglichkeiten bleibt, die eine solche Gedenkstätte zu bieten hätte. Dies liegt insbesondere an den weiteren, vielfältigen Aufgaben, die die Mitglieder wahrzunehmen haben: Die Betreuung des Torhauses Eulenbroich und des Luftschutzbunkers in der Rotdornallee, die Publikationen der Schriftenreihe des Geschichtsvereins, die Archivarbeit und vieles mehr.95

Für die Sicherstellung der Finanzierung des Ausstellungshauses ist der Geschichtsverein auf die Bereitstellung verschiedener Gelder angewiesen: Die NRW-Stiftung unterstützt die Gedenkstätte mit Fördergeldern. Überdies tragen die Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, der Bürgerverein Rösrath sowie private Spender und Firmen zu der Finanzierung bei.96

Eine Betrachtung der Internetpräsenz verdeutlicht, dass die Gedenkstätte hier kaum in Erscheinung tritt. Die Stadt Rösrath stellt auf ihrer Homepage lediglich unter dem Menüpunkt „Geschichte“ einen Link zum Geschichtsverein her, auf dessen Webseite das Kriegsgefangenenlager und die Gedenkstätte „Hoffnungsthal“ thematisiert werden. Ansonsten finden sich auf der Homepage der Stadt keine eigenen Ausführungen über die Geschichte Rösraths im Zweiten Weltkrieg. Bei einer gezielten Internetsuche nach der Gedenkstätte, wird sie jedoch in einem Wikipedia-Artikel über das Kriegsgefangenenlager erwähnt. 

Während einer Besichtigung des historischen Ortes fiel auf, dass keine Wegweiser für die Besucher der Gedenkstätte errichtet wurden. Die versteckte Lage in der Wahner Heide erschwert das Auffinden des Ausstellungshauses zusätzlich. Zudem wird die Aufmerksamkeit des Besuchers durch die Präsenz des in unmittelbarer Nähe gelegenen Kinderheims von der recht kleinen Gedenkstätte abgelenkt. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist ebenfalls kaum gewährleistet, da vom Bahnhof noch ein längerer Fußmarsch bis zum Zielpunkt angetreten werden muss. Es ist allerdings möglich, spontane Besichtigungen der Ausstellung vorzunehmen, da der Schlüssel bei der Verwaltung des Kinderheims abgeholt werden darf. Des Weiteren können Führungen durch die Gedenkstätte beim Geschichtsverein Rösrath gebucht werden. 

Zusammenfassend zeigt sich, dass die engagierten Mitglieder des Geschichtsvereins Rösrath die Gedenkstätte als „lebendig“ ansehen, da sie immer wieder einen Auslöser für neue Projekte und historische Reflektionen darstellt. Auch abgelegte Georgsbändchen an dem Friedhof des Kriegsgefangenenlagers verweisen darauf, dass ein aktives Gedenken stattfindet. Im lokalen Bereich scheint sie damit ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur geworden zu sein. Dennoch ist auch hier eine abnehmende Tendenz zu beobachten, insbesondere bei den Schulen der Umgebung. Darüber hinaus scheint sie jedoch keinen Eingang in den Wahrnehmungshorizont der restlichen deutschen Bevölkerung gefunden zu haben, wie viele weitere kleine Gedenkstätten, die sich ihre Existenz zum Teil hart erkämpfen mussten. 


1 Vgl. FIDLER, Hans Jürgen/GERNERT, Klaus-Dieter: Das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ in der Wahner Heide, in: Christel VON FRANKEN u.a. (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg in der Gemeinde Rösrath (Schriftenreihe des Geschichtsvereins der Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 5), Rösrath 1981, S. 158-173, hier S. 160.

2 Vgl. Bündnis Heideterrasse e.V.: Geschichte des Truppenübungsplatzes. Die militärische Geschichte der Wahner Heide und ihre Bewertung, Rösrath 2007, https://www.wahnerheide.net/geschichte-des-truppenuebungsplatzes,9,3.html (01.02.2019).

3 Vgl. Fidler/Gernert: Das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, S. 160.

4 Vgl. Wagner, Guido: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, in: Klaus-Dieter Gernert u.a. (Hrsg.): „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“. Zur Situation von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in Rösrath und andere zeitgeschichtliche Beiträge (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 25), Rösrath 1991, S. 65-108, hier S. 67.

5 Vgl. ebd.

6 Rausch, Thomas: Ausstellung in Rösrath. Spuren der Geschichte in Stephansheide, in: Kölner Stadtanzeiger (2016), https://www.ksta.de/region/rhein-berg-oberberg/roesrtah-archiv/ausstellung-in-roesrath-spuren-der-geschichte-in-stephansheide-24808644 (01.02.2019).

7 Ebd.

8 Vgl. ebd.

9 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

10 Vgl. Wagner, Guido: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, in: Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Freiherr-vom-Stein-Schule Rösrath (Hrsg.): Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten 1988/89, Rösrath 1989, S. 1-55, hier S. 14.

11 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

12 Vgl. Wagner, Guido: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, in: Klaus-Dieter Gernert u.a. (Hrsg.): „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“. Zur Situation von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in Rösrath und andere zeitgeschichtliche Beiträge (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 25), Rösrath 1991, S. 65-108, hier S. 70f.

13 Vgl. Wagner: Schülerwettbewerb, S. 15-17.

14 Vgl. ebd., S. 46.

15 Wagner: Schülerwettbewerb, S. 28.

16 Vgl. ebd.

17 Brief Miroslaw Zawodny, 15.11.1988, zitiert in: Wagner: Schülerwettbewerb, S. 28.

18 Vgl. Wagner: Schülerwettbewerb, S. 29.

19 Vgl. ebd., S. 39.

20 Interview zwischen Klaus-Dieter Gernert, Jürgen Fidler und Peter Helfmeyer, 02.05.1981, in: Klaus-Dieter Gernert u.a. (Hrsg.): „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“. Zur Situation von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in Rösrath und andere zeitgeschichtliche Beiträge (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 25), Rösrath 1991, S. 116-123, hier S. 118.

21 Wagner: Schülerwettbewerb, S. 39.

22 Vgl. ebd.

23 Wagner: Schülerwettbewerb, S. 40.

24 Krzyzaniak, Stanislaw: Unser Schicksal ist Polens Schicksal, in: Klaus-Dieter Gernert u.a. (Hrsg.): „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“. Zur Situation von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in Rösrath und andere zeitgeschichtliche Beiträge (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 25), übers. v. Elzbieta Dobrzanski/Roman Dobrzanski, Rösrath 1991, S. 24-55, hier S. 34, 50-52.

25 Vgl. Wagner: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 101.

26 Für eine Namensliste mit Zufluchtsländern geflohener Polen siehe: Krzyzaniak: Unser Schicksal ist Polens Schicksal, S. 54.

27 Vgl. ebd., S. 54.

28 Vgl. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Schutz der Opfer des Krieges (1929), Kriegsgefangenenhttps://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=bundesnormen&Gesetzesnummer=10000191 (20.02.2019).

29 Vgl. NATO Grades/National Ranks, https://web.archive.org/web/20070914160621/http://www.nato.int/shape/graphics/logo/nato_ranks.pdf (20.02.2019); Die polnischen Fähnriche bekleiden Rangstufe OR-8.

30 Vgl. Wagner: Schülerwettbewerb, S. 20.

31 Vgl. ebd., S. 23.

32 Vgl. Wagner: Schülerwettbewerb, S. 27.

33 Wagner: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, S. 71.

34 Ebd.

35 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

36 Interview zwischen Klaus-Dieter Gernert, Jürgen Fidler und Peter Helfmeyer, 02.05.1981, S. 120.

37 Ebd.

38 Ebd.

39 Vgl. Wagner: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, S. 75.

40 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

41 Vgl. Wagner: Schicksale im Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, S. 102.

42 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

43 Vgl. Vgl. Wagner, Guido: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ 1940-1945 (Rösrather Denkmäler 3), 2. Aufl., Rösrath 1993, S. 6.

44 Vgl. ebd., S. 12.

45 Vgl. Flyer des Geschichtsvereins Rösrath e.V.: 100 Jahre Stephansheide.

46 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

47 Haas, Hans: Vorwort, in: Klaus-Dieter Gernert u.a. (Hrsg.): „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“. Zur Situation von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern während des Zweiten Weltkrieges in Rösrath und andere zeitgeschichtliche Beiträge (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 25), Rösrath 1991, S. 5-7, hier S. 5.

48 Vgl. ebd., S. 5.

49 StAR 566: Bericht über den Friedhof Lager Hoffnungsthal 12.09.1947.

50 Ebd.

51 StAR 566: Friedhof Kalmusweiher bei Rösrath.

52 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

53 Ebd.

54 StAR 566: Gemeinde Rösrath an Gärtner Neu 22.06.1948.

55 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

56 Ebd.

57 Ebd.

58 Vgl. Bundesgesetzblatt: Gesetz über die Sorge für die Kriegsgräber (Kriegsgräbergesetz 1952), https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl152s0320.pdf%27%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl152s0320.pdf%27%5D__1553282361018 (20.02.2019).

59 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

60 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

61 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

62 Ebd.

63 Heinemann, Gerd/Maubach, Heribert: Die Ausschaltung der politischen Gegner, in: Thorsten Beinhauer u.a. (Hrsg.): Rösrath im Dritten Reich (Schriftenreihe des Geschichtsvereins für die Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 13), Rösrath 1985, S. 52-64, hier S. 52.

64 Haas: Vorwort, S. 5.

65 Ebd., S. 6.

66 Vgl. ebd., S. 5-6.; Erste Publikation: Fidler, Hans Jürgen/Gernert, Klaus-Dieter: Das Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“ in der Wahner Heide, in: Christel von Franken u.a. (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg in der Gemeinde Rösrath (Schriftenreihe des Geschichtsvereins der Gemeinde Rösrath und Umgebung e.V. 5), Rösrath 1981, S. 158-173.

67 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

68 Ebd.

69 Ebd.

70 Ebd.

71 Vgl. Haas: Vorwort, S. 6.

72 Vgl. ebd.

73 Vgl. Maximilian-Kolbe-Werk: Geschichte des Maximilian-Kolbe-Werks, https://www.maximilian-kolbe-werk.de/ueber-uns/vereinsgeschichte/ (02.02.2019).

74 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

75 Ebd.

76 Vgl. Ordner (R 59) Nachkriegszeit.

77 Wagner: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 3.

78 Vgl. ebd.

79 Wagner: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 12.

80 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

81 Wagner: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 21.

82 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

83 Wagner: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 3.

84 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

85 Ebd.

86 Ebd.

87 Wagner: Betrifft: Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal, S. 24.

88 Vgl. Flyer des Geschichtsvereins Rösrath e.V.: 100 Jahre Stephansheide.

89 Ebd.

90 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

91 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

93 Vgl. Besucherstatistik Gedenkstätte „Hoffnungsthal“: 3x „Großer Krieg“ (11.10.-11.12.2018).

93 Interview mit Klaus-Dieter Gernert, 03.01.2019.

94 Ebd.

95 Interview mit Nicole Bernstein und Robert Wagner, 14.11.2018.

96 Ebd.

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